Hausbock (hylotrupes bajulus)

Vorkommen und Bedeutung

Der Hausbock ist mit Abstand der gefährlichste der holzzerstörenden Käfer (Bauaufsichtliche Meldepflicht in einigen Bundesländern). Er verursacht große wirtschaftliche Schäden an Holzkonstruktionen, kommt in großen Teilen Europas vor und bevorzugt das frische, nährstoffreiche, bis zu 30 Jahre alte Holz. Mit zunehmendem Alter des Holzes ist die Larvenentwicklung rückläufig. Der Literatur nach werden Hölzer mit einem Alter von über 80 bis 100 Jahren nicht mehr befallen, jedoch auch hier: Ausnahmen bestätigen die Regel.

Bild "hb-hausbock.jpg"

Lebensbedingungen und Lebensweise

Ernährt sich vom eiweißreichen Splint der verbauten Nadelhölzer. Das Kernholz wird gemieden. Befallen werden überwiegend Dachwerke, besonders die der Sonne zugewandte Seite (Temperaturoptimum bei 28° - 30° C), sowie Treppen, Fenster, Fußböden etc. Der Hausbock ist auch im Freien an Masten, Brücken, Fachwerk etc. anzutreffen. Befallen werden nur Nadelhölzer (Fichte, Kiefer, Lärche, Tanne). Laubhölzer werden grundsätzlich nicht befallen, da die Larven dort nicht überleben können.

Erkennungsmerkmale

Larven:

Gelblich bis Weiß, die Körperdicke nimmt von vorne nach hinten ab. Der Larvenkörper erscheint durch "Einkerbungen" aus mehreren Segmenten zusammengesetzt.

Fraßbild:

Die Larven fressen unregelmäßige ovale Gänge, manchmal auch plätzeweise in besonders Nährstoffreichen Bereichen.
Bild "hb-frassbild.jpg"

Fluglöcher:

Oval, 5 bis 10 mm im Durchmesser.

Käfer:

Der Körper des Käfers ist flach, dunkelbraun bis schwärzlich. Die Flügeldecken weisen oft kleine, helle Flecken auf. Auf dem dicht behaarten Halsschild befinden sich zwei glänzende Höcker. Ein weiteres Merkmal sind die verdickten Schenkel.

Schutzmaßnahmen

Nach DIN 68800. Amtlich zugelassene Holzschutzmittel mit dem Prüfprädikat Iv (Insektenvorbeugend), Besser ist die Verwendung von Kernhölzern.

Sanierung

Nach DIN 68800 Teil 4. Als Bekämpfungsmaßnahmen kommen chemische Bekämpfungs-mittel, Begasung sowie das Heißluftverfahren in Frage. Grundsätzlich ist zu prüfen, ob ein aktiver Befall durch den Hausbock vorliegt. Schutz- und Sanierungsmaßnahmen sind dann nur von speziell geschulten Fachleuten zu planen.